Wie die Engländer Cassia mit afrikanischen Beats frischen Wind in den Indie Rock bringen

Cassia mischen Indie Rock mit Einflüssen aus Afrika und anderen Kulturen. Es entsteht ein origineller, fröhlicher Klang, der gute Laune verbreitet. Sie gelten mit ihrer Musik aktuell als eine der spannendsten Indie Rock Bands. Warum, erfährst du im homies: Spotlight.
Cassia

Gitarrenlastiger Pop ist in Großbritannien ein gängiger und sehr beliebter Musikstil. Naheliegend also, dass Cassia, bestehend aus Rob Ellis, Lou Cotteril und Jacob Leff aus Macclesfield, in der Nähe von Manchester, eine Affinität dazu entwickelten. Allerdings wünschten sie sich auch, einen einzigartigen Sound zu entwickeln. Glücklicherweise teilten dabei alle drei den Hang zur Weltoffenheit und zum Interesse an der Musik verschiedener Kulturen.

Bei Cassia trifft Indie Rock trifft auf afro-karibische Einflüsse

Cassia vermischen Indie Rock mit Fragmenten afrikanischer Musikstile, karibischem Calypso und Reggae. Ihre Musik versetzt unmittelbar in eine sommerliche Stimmung. Sie versprüht eine enorm positive Energie und man verspürt Lust, einfach dazu zu tanzen. Diese Wirkung kommt nicht von ungefähr. Die drei Engländer verfolgen die simple Absicht, Musik zu machen, die einfach Freude bereitet.

Sie setzen dabei hauptsächlich auf E-Gitarre, E-Bass und Schlagzeug. Der Drummer Jacob Leff bringt außerdem ein bemerkenswertes Repertoire an Trommeln zum Einsatz, das das afrikanische Flair der Musik zusätzlich verstärkt. Rob Ellis sorgt für die Lead Vocals. In den Refrains wird er oftmals auch von seinen beiden Kollegen unterstützt.

Das Lied „100 Times Over“ schrieb Ellis, als er erst 17 Jahre alt war. Es war auch eines der ersten, das die Band veröffentlichte. Ungeachtet dieser Tatsachen gilt es bis heute als eine der bekanntesten Nummern der Band.

Wie die Band sich gründete und ihren Stil fand

Das Musikmachen war lange nur ein Hobby für die drei Engländer. Alle hatten Vollzeitjobs, um sich den Lebensunterhalt zu verdienen. Sie trafen sich dennoch regelmäßig zu Proben. Zu einer dieser Proben brachte der Schlagzeuger Leff eines Tages eine Djembé-Trommel mit – eine Trommel, die ein traditionelles Instrument in Afrika ist. Diese war aus dem Holz der Röhren-Kassie (Englisch: cassia). Das nahmen die Jungs zum Anlass, ihrem Bandprojekt einen Namen zu geben und die bereits bestehenden afrikanischen Einflüsse auf ihre Musik zu intensivieren.

Für den Sänger Rob Ellis hatte die afrikanische Musik bereits zuvor eine besondere Bedeutung. Sein Großvater und Vater lebten lange Zeit in Sambia. Aus dieser Zeit stammten unzählige Platten und Instrumente aus Afrika in Ellis‘ Haus, welche er in seiner Jugendzeit ausgiebig studierte.

Künstler, die die Band in ihrem Schaffen speziell inspiriert haben, waren etwa Fela Kuti oder Ebo Taylor. Aber auch Musiker wie Paul Simon, Teil des Duos Simon & Garfunkel, oder Größen der Indie Szene wie Bombay Bicycle Club oder Vampire Weekend hatten maßgeblichen Einfluss auf die Musik der drei Nordengländer

Das Dasein als Hobbymusiker war befristet

Mit „Moana“ und „Paradise Beach“ veröffentlichten Cassia 2016 ihre ersten Songs. Sie begannen zunehmend Geld anzusparen und in ihre Musik zu investieren. 2018 folgte mit „Movers & Shapers“ ihre erste EP. In diesem Jahr unterschrieb die Band beim Londoner Plattenlabel „Distiller Records“. Daraufhin gaben sie ihre Jobs auf, um sich vollends der Musik zu widmen.

In Folge ging Cassia unter anderem mit den Crystal Fighters, die für einen ähnlich fröhlichen und interkulturellen Stil bekannt sind, auf Tour. Mit den Giant Rooks knüpften die Briten gar eine Bandfreundschaft. Die beiden Bands unterstützten sich gegenseitig auf ihren Tourneen in Großbritannien bzw. Deutschland.
Als Berufsmusiker besaßen Cassia nun außerdem endlich Zeit, um sich aufs Songwriting zu konzentrieren. Das Resultat war schließlich das 2019 erschienene Debüt Album „Replica“. Es schloss an den Stil des afro-karibischen Indie Rocks an. Die Musik verbreitet, wie bereits ihre Erstveröffentlichungen, gute Laune. Sie erweckt eine Sehnsucht nach dem Sommer.

Das Album fand großen Anklang und wurde vielerorts gelobt. Titel wie „Small Spaces“ und „Loosen Up“ erreichten knapp eine Million Spotify Streams. Dem Anspruch, mit der Musik eine positive Stimmung zu erzeugen, wurde diese Platte mehr als gerecht. „Replica“ ist nach wie vor eine Empfehlung – egal, ob man sich für den Sommer in Stimmung bringen oder schlechte Laune vertreiben möchte.

Annäherung an die Pop-Musik

Im Frühjahr 2020 veröffentlichten Cassia erstmals seit einem Jahr wieder Musik. Zuerst erschien der Titel „Do Right“, welcher auffallend poplastig ausfiel. Dies tut der Qualität der Musik allerdings keinen Abbruch. Im Gegenteil: der Song erhielt nicht nur unter den Fans, sondern auch auf den unterschiedlichsten Musikplattformen mehr Aufmerksamkeit als seine Vorgänger. Viele sprechen sogar von dem bis jetzt besten Stück der Band. Kurze Zeit später folgte mit „Drifting“ die nächste Single-Veröffentlichung. Dieser Song schließt an „Do Right“ an, ein wenig näher an den Pop zu „driften“.

Neben der Veröffentlichung dieser beiden Songs erweckte auch ein Facebook-Post der Band die Hoffnung darauf, dass man sich bald auf noch weitere neue Musik freuen darf. In diesem Post verlautbarten die drei Engländer, dass sie nach Berlin gezogen seien und dort ein Studio eingerichtet hätten. Die Weichen für eine aufregende Zukunft der Band sind also gestellt. Man darf demnach gespannt sein.

Cassia

Genre: Indie Rock
Mitglieder: Rob Ellis, Lou Cotteril, Jacob Leff
Herkunft: Macclesfield, England
Gründungsjahr: 2016

Titelbild Credit: © Cassia

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