Trettmann – von Jamaika auf die großen Festivalbühnen – Standard

Trettmann

Genre: Hip Hop
Mitglieder: Stefan Richter
Herkunft: Karl-Marx-Stadt
Gründungsjahr: 2006

Von Karl-Marx-Stadt nach Jamaika

Stefan Richter a.k.a. Trettmann wuchs in Karl-Marx-Stadt mit Mutter und älterem Bruder inmitten von großen Plattenbauten auf. Als früheste musikalische Einflüsse bezeichnete Tretti später die Plattensammlung seiner Mutter sowie „Black Music“ im Westradio.

Erste Erfahrungen mit Hip Hop erlangte Richter 1984 durch den Fernsehauftritt der B-Boy Crew New York City Breakers bei Wetten, dass..? und durch seine Teilnahme in verschiedenen Chemnitzer Breaking Crews.

Anfang der 1990er Jahre reiste Trettmann für längere Zeit nach Jamaika. Dort arbeitete er unter anderem in einem Schallplattenladen oder trat als DJ auf. Anschließend kam er wieder nach Deutschland zurück und wohnte zuerst in Berlin, später aber verschlug es ihn dann doch in seinen jetzigen Wohnort, Leipzig.

Der Sommer ist für alle da!

…so der Name seiner Debüt-Single, welche 2006 noch unter seinem damaligen Künstlernamen Ronny „RT“ Trettmann veröffentlicht wurde und für vier Wochen in den deutschen Singlecharts landete. Als Inspiration für den Namen Trettmann dient der Begriff „Dreadman“ – also Mann mit Dreads. RT’s Markenzeichen war sein sächsischer Dialekt verknüpft mit Beats aus der Reggae/Dancehall-Szene.

Vom Aufstieg in der Szene

Der Kaffee-Mix (2006) fasst die frühen Produktionen beim Label Germaican Records zusammen. 2007 eröffnete er erstmals die große Bühne auf dem Summerjam-Festival und hatte seinen ersten Auftritt beim Splash!. 2008 machte er mit Hand ab! auf den sogenannten „Leipziger Bleiskandal“ aufmerksam (In Leipzig war mit Blei gestrecktes Marihuana in Umlauf gebracht worden und hatte mehrere Dutzend Menschen vergiftet).

2008 beendete er die Zusammenarbeit mit Germaican Records und gründete sein eigenes Label Heckert Empire. Zusammen mit Soulforce, Musikproduzenten aus Krefeld, die auch ein Soundsystem betrieben, veröffentlichte er im Herbst desselben Jahres den Heckert Empire Mix und entfernte sich damit immer mehr von dem Image des reinen Comedy-Künstlers. In seinem Lied Großvater setzt er sich 2008 mit der Vergangenheit seiner Großeltern auseinander.

2010 trat er bereits etwa 40 Mal im Jahr auf, sein erstes Studioalbum Zwei chlorbleiche Halunken erschien, aufgenommen zusammen mit Rüdiger Schramm alias Ranking Smo. Den sächsischen Dialekt und damit den Comedy-Act hatte Trettmann bis dahin endgültig abgelegt. Vor der Veröffentlichung seines Albums Tanz auf dem Vulkan (2013) sammelte er mittels Crowdfunding Geld für Promotion, Marketing und Produktion eines Tonträgers. Auf Tanz auf dem Vulkan finden sich auch bekannte Hip Hop Gesichter wie MC Fititi, Felix Brummer und Nico K.I.Z. wieder. Vom gesammelten Geld wurde auch das Video zur Singleauskopplung Ostseemuse produziert.

Ein neues Kapitel: Trettmann

Seit 2016 tritt Stefan Richter nur noch als Trettmann auf. Durch Gastauftritte auf dem erfolgreichen Album Palmen aus Plastik (RAF Camora und Bonez MC) wurde Trettmann 2016 beim größeren Publikum bekannt. Mit seinem Album #DIY erreichte er 2017 erstmals die deutschen Albumcharts.

Der ganz große Durchbruch kam 2018 in der Zusammenarbeit mit KitschKrieg und der Hit-Single „Standard“, auf der Deutschrap-Stars wie GzuzUfo361 und Gringo vertreten waren. Der Song wurde über 39 Millionen mal auf YouTube und anderen Anbietern gestreamt und öffnete den Weg für kommende Kollabos mit dem Berliner Produzententeam von KitschKrieg.

Kurz darauf folgten fast wöchentlich weitere erfolgreiche Releases wie 5 Minuten mit Cro und AnnenMayKantereit, 10419 mit Cro und Aua, Oh Oh, Gringo ist sauer mit Gringo.

Beim splash! Festival 2019 kündigte Trettmann dann sein neues Album für den 13.09.2019 an.

Titelbild Credit: ©Trettmann

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