Neue Single. Neues Album. Neuer Sound? Kayomi im homies: Interview

Wir trafen die Wiener Indie Rock Band Kayomi bei einem ihrer Gigs und unterhielten uns mit ihnen über ihre neue Single und ihr neues Album!
Kayomi Interview Album

Kurze Vorstellrunde! 

Wir sind Kayomi.  Wir sind Alex (Gitarre + Gesang),  Alex (Schlagzeug), Christian (Blockflöte + Gesang), Jules (Alt-/Barritonsaxophon + Gesang) und Georg (Bass + ZUM GLÜCK kein Gesang).
Wir kennen uns schon sehr lange und haben bereits in verschiedenen anderen Bands bereits miteinander musiziert und, ja, jetzt sind wir hier.

Wer mehr über die genaue Entstehungsgeschichte von Kayomi wissen möchte, kann diese im ersten homies: Interview mit der Band nachlesen.

Wie würdet ihr euren jetzigen Sound beschreiben?

Kayomi: In der jetzigen Kontstellation gibt es uns noch nicht sehr lange, das heißt unser Sound ist noch im Entwickeln. Das erste Album kommt aber bald und gibt erste Einblicke in unseren neuen Sound.
Wir gehen in Richtung Indie Rock mit elektronischen Elementen. Fm4 hat gesagt, wir klingen ein bisschen wie Alice in Chains und Bloc Party und mit diesen Vergleichen können wir uns ganz gut anfreunden. Was wir haben, was vielleicht andere Bands nicht so oft haben ist ein Saxophon und eine E-Flöte. Das macht unseren Sound etwas spezieller. 

Und was unter diesem „speziellen“ Sound zu verstehen ist, zeigen Kayomi in ihrer neu-veröffentlichten Single „Blood“.

Habt ihr musikalische Vorbilder? 

Kayomi: Jeder von uns hat sicher ganz individuelle Vorbilder, die ihn inspirieren. Ist bei jedem von uns etwas unterschiedlich. Künstler auf die wir uns alle einigen können wären zum Beispiel Bon Iver oder auch Radiohead.

Über euren neuen Song „My Moon“ schrieb FM4, dass man ganz im Soundmeer versinken kann und sich immer wieder neue Details herausfiltern lassen. Seid ihr generell sehr experimentierfreudig wenn es um unübliche Sounds geht? 
 

Kayomi: Also, zum Thema Soundmeere: Wir experimentieren schon viel mit Sounds, was in erster Linie daran liegt, dass wir ein sehr experimentierfreudiges „Objekt“ in der Band haben. Das nennt sich Christian und kommt ausgestattet mit einer E-Blockflöte. Und auch Georg probiert gerne mal herum. Und da lassen sich schon sehr spezielle Sounds kreieren. Alte Sounds. Neue Sounds. Die wir gerne auch mal durch den ganzen Proberaum feuern, bis wir dann wirklich einen gefunden haben, der uns für einen Song auch reinpasst. Kann oft passieren, dass einfach einer von uns anfängt, Georg zum Beispiel, der einen Knopf drückt und eine coole Line spielt und ein anderer ruft dann durch den Raum: „Das ist es“ und dann wird um diese Line herum ein Song kreiert. Also, definitiv experimentell.

Das Wichtigste ist aber sicher das Große und Ganze, aber es freut einen natürlich, wenn jemandem beim dritten Mal hören plötzlich neue Details auffallen. Aber wichtiger wie diese kleinen Details ist mit Sicherheit, das der Song als Ganzes funktioniert und das er uns gefällt und wenn er auch anderen Leuten gefällt, umso besser.

In Zeiten von Spotify und Co. schon beinahe unüblich – ein ganzes Album herausbringen. Warum habt ihr euch für diesen Weg entschieden? 

Kayomi: Alle Lieder, die auf dem Album drauf sind, sind eigentlich in einem Zeitraum von über 6 Jahren entstanden und sie beschreiben schon einzeln alle einen jeweiligen Abschnitt unserer Entwicklung als Band, aber auch als Individuen. Aber sie sind auch alle verbunden und deswegen gehören sie auch alle unbedingt auf ein Album. Es sind 12 Songs, die man sich alle geben kann und sie sind alle großartig.

Euer neues Album setzt sich viel mit der Thematik der psychischen Gesundheit auseinander. Ist das ein Thema das euch besonders wichtig ist? 

Kayomi: Auch wenn psychische Gesundheit heutzutage, zum Glück, kein neues Thema mehr ist und auch immer präsent ist, ist es unserer Meinung nach immer noch ein Tabuthema. Vor allem bei Männern, sie sollen stark sein und keine Schwäche zeigen. Und wir wollen mit unserer Musik vermitteln, dass es vollkommen in Ordnung und auch normal ist, sich hin und wieder schlecht zu fühlen und auch das es jedem manchmal schlecht geht. Deshalb verarbeiten wir dieses Thema auch sehr stark in unserem neuen Album. Mit Problemen umgehen, sich wieder zu finden und wieder aufzustehen. Wenn wir es schaffen mit unserer Musik, eine Art Wohlfühlzone für unsere Zuhörer zu schaffen, in der sie sich vielleicht selbst wieder finden können, oder wir jemanden dazu bewegen können offen über Gefühle zu reden, dann hätten wir unser Ziel schon erreicht.

Einer der Songs auf eurem neuen Album heißt D.I. Dream“ – wofür steht diese Abkürzung und worum geht es im dem Lied?

Kayomi: D.I. Dream steht für Drug Induced Dream. Und es ist dabei jedem selbst überlassen, was für ihn eine Droge ist. Für manche ist es Katzen streicheln, für manche ist es schwarze Outfits mit Goldkette zu tragen oder sich 7kg Schokolade reinziehen. Und dann durch die Droge der Wahl die eigenen Schwierigkeiten und das eigene Ich von außen zu betrachten und eine Pause von einem selbst zu nehmen. Und das Mittel um zu diesem Punkt zu gelangen, muss sich jeder wie gesagt, selbst wählen.
2020 war bis jetzt sicher kein einfaches Jahr, für niemanden aber besonders für Künstlerinnen und Künstler. Wie habt ihr die Corona-Zeit erlebt und konntet ihr ihr vielleicht auch etwas Positives abgewinnen?

Kayomi:  Wir haben in der Corona-Zeit tatsächlich ziemlich viel getan. Wir waren sehr produktiv, haben viel Organisatorisches abgehakt, viel geplant und es ist einfach sehr viel weiter gegangen. Auch weil wir uns einfach mehr Zeit für die Musik nehmen konnten und so auch unseren Zielen ein Stück näher kommen. Wir konnten der Krise also durchaus etwas Positives abgewinnen. Aber natürlich hoffen wir das sich die Umstände wieder bessern und wir tatsächlich wieder Musik vor Publikum machen können.

Im letzten homies: Interview hattet ihr gerade eine Crowdfunding Kamapgne am laufen um euer Album zu finanzieren. Das hat offensichtlich geklappt. Könnt ihr mir kurz erzählen wie das so abgelaufen ist?

Kayomi: Unser Crowdfunding-Projekt war zu unserer großen Freude sehr erfolgreich. Wir haben nicht nur unser erstes, sondern sogar unser zweites Crowdfunding-Ziel erreicht. Vielen Dank an alle die uns dabei unterstütz haben. Im Moment sind wir dabei alle Crowdfunding Goodies, an unsere Unterstützer, zu verteilen. Für einige Leute haben wir bereits Songs geschrieben und ein Kuchen muss noch gebacken werden.

Was war bislang eurer schönster Band Moment?

Kayomi: Es gibt wahrscheinlich für jeden von uns einen anderen schönsten Moment, aber einer dieser Momente war sicher die Veröffentlichung bzw. der Release-Gig unserer ersten Single „Paranoid“, letzten November. Auch unsere Musikvideo-Drehs, ebenfalls ermöglicht durch Crowdfunding. Bisher gibt es drei davon, ein viertes ist aber bereits in Planung. Gemeinsam ein ganzes Wochenende oder noch länger so zu verbringen ist bestimmt ein Highlight. Der nächste hoffentlich großartige Moment wird dann am 16. Oktober der 1 Year Anniversary Gig im Chelsea Wien.

Was habt ihr für nächstes Jahr geplant? Was wäre euer Traum? 

Kayomi: Geplant ist für nächstes Jahr möglichst viele Gigs zu spielen, insofern das möglich ist.Und ganz allgemein einfach möglichst viele Leute mit unserer Musik erreichen zu können. Und ein Auftritt am Glastonbury oder Primavera wäre schon nett.

Zum Abschluss – beim Interview für Feng Sushi habt ihr gesagt, dass ihr Krautfleckerl nicht ausstehen könnt – was haben sie euch denn getan? 

Kaoymi: Um ehrlich zu sein wurde diese Frage infiltriert von Georg, der der einzige ist der von uns keine Krautfleckerl mag und was sie ihm getan haben, dass muss er selbst beantworten.

Georg: „Die sind grauslich, wääähh.“.

Name: KAYOMI
Genre: Indie Rock
Mitglieder: Alex, Alex, Georg, Juliane und Christian
Herkunft: Wien
Gründungsjahr: 2019

Titelbild Credit: © KAYOMI