My Ugly Clementine über „Vitamin C“, Zitrusfrüchte, Empowerment und über ihre musikalische Zukunft | homies: Interview

Die Supergroup aus Wien My Ugly Clementine veröffentlicht ihr lang ersehntes Debütalbum "Vitamin C". Im homies: Interview quatschen sie über ihr Debütalbum, Zitrusfrüchte, Empowerment und über ihre musikalische Zukunft.
My Ugly Clementine Interview

Wie kam es zum Wunsch ein neues Projekt gründen zu wollen? Und wie habt ihr euch zusammengefunden?
Sophie (Bass) hatte eine Handvoll Songs geschrieben und wollte die nicht auf der Festplatte verstauben lassen. Sie hat dann nach Leute gefragt, um die Musik zu verwirklichen. Mira und Sophie kannten sich schon vorher, Kathrin fragte Sophie über Instagram und Nastasja hat Kathrin dann noch mit an Board geholt.

Warum der Name und die Clementine? Könnt ihr euch persönlich mit der Zitrusfrucht identifizieren?
Die Clementine, weil sie uns allen schmeckt 🙂

Mit der Beschreibung einer süßen Frucht als „ugly“ verbinden wir gern das Gefühl, wie man langsam lernt etwas, einen Teil an/in sich zu lieben, was vielleicht nicht perfekt ist. Also eh alles, weil wir sind halt nicht perfekt, auf keiner Ebene. Es ist wie Frieden schließen mit etwas, zu dem man immer sehr streng ist, was man (sich selbst, Eigenschaften, etc) schlecht behandelt hat. Mit „My Ugly Clementine“ verbinden wir das Mantra „be kind to yourself“.

Ihr kommt alle aus verschiedenen Projekten und habt euch im Laufe der Zeit sicher unterschiedlichste Songwriting- & Producer-Techniken angeeignet. Wie kann man sich die Anfangszeit von My Ugly Clementine vorstellen und wie hat sich euer Zusammenspiel entwickelt?
Sophie schreibt von Anfang an die Songs und nimmt sie dann in die Probe mit. Dort werden sie verwirklicht und geschliffen, Livetauglich gemacht. In den ersten Wochen war das wie bei vielen Projekten noch etwas wackeliger. Da wir jedoch alle schon lange hauptberuflich als Musiker*innen arbeiten, kam schnell eine für uns gute Live Show zustande, die wir bei jeder Probe weiterhin üben und aufpeppen.

Ihr setzt euch sehr für die Themen Feminismus, Empowerment und Gleichberechtigung ein. Warum liegen euch diese Themen so am Herzen und findet ihr, dass es in der Musikszene hierbei noch Nachholbedarf gibt?
Diese Themen liegen uns am Herzen, weil sie unser aller Leben beeinflussen und auf der Bühne darüber Diskurs stattfinden sollte. Dieser Diskurs wächst zwar, ist aber noch sehr klein, wenn wir uns die große Landschaft an Acts anschauen. Insofern gibt es immer Nachholbedarf.

Gibt es etwas, dass sich seit eurem ersten gemeinsamen Auftritt im Rhiz bis hin zu euren jetzigen Live-Auftritten geändert hat? Abgesehen von eigenen Songs natürlich! 😉
Das Vertrauen, das wir uns auf der Bühne geben, ist größer geworden. Vertrauen, dass wir einfach miteinander Spaß haben und die Performance genießen, dass eh nix schief gehen kann 🙂

Und bei jedem Konzert werden wir natürlich geübter und selbstsicherer in unserem Spiel. Somit können wir uns immer mehr entspannen und eine gute Zeit bei den Shows haben.

Eure bisherigen Veröffentlichungen versprechen ein Album voller musikalischer Leichtfüßigkeit aber auch thematische Ernsthaftigkeit – „Vitamin C“ für die Ohren quasi. Wie würdet ihr euer Album, für jemanden der es noch nicht hören durfte, selbst beschreiben?
Das Album behandelt Themen, die oft negativ behaftet sind und versucht sie musikalisch rauszutanzen. Die Hörer*innen können sich was Roughes, Rockiges, Grungies erwarten, aber trotzdem immer mit Melodien, die ins Ohr gehen. Es sind selfcaring und aufmunternde Texte, die auch Selbstliebe und Nächstenliebe behandeln.

Alle 4 Clementines singen bei verschiedenen Songs die Hauptstimme, es gibt also keine Person bei uns, die alleine den Clementines Sound ausmacht – den kreieren wir alle.

Gibt es bereits Pläne für den Namen des Albums nach „Vitamin C“?
Noch gibt es keine Pläne, aber uns fällt bestimmt was Lustiges ein.
Vielleicht gehen wir einfach 10 Jahre lang alle Vitamine durch.

Was sind eure nächsten Ziele? Was steht noch ganz oben auf der Bucket List?
Unser nächster großer Plan wäre eigentlich die Album Release Tour im April, doch da ist gerade ungewiss wie alles stattfinden kann aufgrund der Covid-19 Situation.

Als Nächstes kommen dann weitere Shows ab Juni, auch wieder Konzerte außerhalb von Österreich und Deutschland auf die wir uns schon sehr freuen.

Mal laut in die Zukunft gedacht: My Ugly Clementine wird zum großen Big Player der österreichischen Musikszene wie Bilderbuch und Wanda. Habt ihr euch dazu schon Gedanken gemacht, was dann aus Leyya, Mira Lu Kovacs, 5K HD, Lucid Kid, Kerosin95 und all euren anderen Projekten wird?
Da wir uns um all unsere Projekte verantwortungsvoll kümmern möchten, erfordert es ein ständiges Management und Planen. Wir sprechen mit Agenturen und untereinander Termine ab und organisieren und so. Das läuft allerdings schon länger gut so und macht das Konzertieren stressfreier möglich.

Wir sind My Ugly Clementine und wir…

können die größten Kaugummiblasen machen

…sind immer am Start für eine Witze-Challenge
.
..haben uns alle lieb

…spielen unsere Instrumente ur gut

…wollen spannendere Line-Ups auf Festivals wo nicht nur Dudes spielen

Titelbild Credit: © Hanna Fasching