KYTES über ihr neues Album „good luck“, Tourleben und prägende Momente | homies: Interview

KYTES machen "Feel Good Mukke" aus München. Im homies: Interview quatschen sie über ihr neues Album "good luck", das Triple M Tour-Opening, erste Erfolge in Australien und den USA sowie über die Entstehung des "typischen" KYTES-Sounds.
KYTES Interview

Die Story von KYTES ging ja eigentlich vor KYTES los. Nämlich mit eurer damaligen Band „Blind Freddy“. Warum kam es zum Entschluss, sich neu zu benennen und wie unterscheidet sich KYTES von Blind Freddy?
Blind Freddy haben wir als klassische Schülerband mit 16 Jahren gegründet. Rückwirkend haben wir super viel mit Blind Freddy gelernt, vor allem durchs falsch machen. Highlight von Blind Freddy waren 2 Auftritt bei Rock am Ring und Rock im Park durch einen Band Contest.

Nach dem Abi, in der Zeit wo wir uns gefragt haben, ob wir „das mit der Band so richtig” machen wollen, haben wir uns entschieden KYTES zu starten. Als Signal nach draußen, an uns selbst und vor allem, weil sich musikalisch viel getan hat.

Mit „Inner Cinema“ wurde euch direkt der „Song of the Year“-Award von der australischen University of Canberra überreicht. Juror Tom Busby meinte sogar „Inner Cinema is a cleverly crafted pop song that potentially has a huge appeal to a wide audience“. Habt ihr jemals mit diesem Feedback & Erfolg gerechnet und wie kommt eine in München ansässige Band zu einem australischen Award?
Keiner von uns dachte, als wir ‘Inner Cinema’ released haben, dass er zu einem Favourite wird.
Timothy’s Dad ist Australier, daher kam der Kontakt zu dem UC-Vision.
Triple J hat kürzlich auch unseren Song ‚Alright‘ in die Hottest 100 Triple J Playlist gepackt. Das hat uns extrem gefreut!

Es folgte 2015 die Single „On The Run“, dessen Musikvideo ihr im englischen Brighton gedreht habt. Woher holt ihr euch die Ideen und Inspirationen für eure Musikvideos?
Das Musikvideo zu ON THE RUN haben wir mit Christoph Schaller und Ferdinand Feldmann gedreht. Grundsätzlich sind wir super involviert in die Videos, weil uns diese sehr wichtig sind. Das war bei ON THE RUN auch ganz schön tricky, unser Bandbus ist auf den letzten Meter nach Brighton kaputtgegangen.

Wir haben dann mit dem Longboard die Drums von unserem Hostel zu den Hütten transportiert. Zusätzlich wurde alles mit einer super 8 Kamera gefilmt und wir wussten gar nicht so richtig, ob überhaupt was draus geworden ist. Mit dem Ergebnis waren und sind wir immer noch super happy.

Am 20. November 2015 erschien eure Debüt-EP „On The Run“ unter Lichtdicht Records, dem Label von Milky Chance. Wie kam er zu der Kollabo und wie war es für euch auf große Konzert- und Festivaltour durch Deutschland aber auch nach Texas zu gehen?
Philipp von Lichtdicht hat früher immer legendären Atomic Café aufgelegt, so haben wir ihn kennengelernt.

Die Milky Chance Jungs waren mit uns direkt nie unterwegs und Lichtdicht wurde ja auch relativ schnell zu Filter Music.
Unsere erste Festival und Konzerte Tour 2015 & 2016 war natürlich was ganz besonderes!

Wir kennen euch seit 2016, als ihr als Headliner beim Indie Sunset Musikfestival in Kufstein gespielt habt – Fans der zweiten Stunde quasi. Das war kurz vor dem Release „Head and Tales“, eurem Debütalbum. Wo spielt ihr eigentlich lieber – in kleinen Clubs oder auf den großen Festivalbühnen?
Das ist so wie Brot vs. Nudeln haha Wir lieben beides! Eine kleine verschwitzte Club Show hat natürlich extrem viel Charme und nah an den Leuten zu sein ist immer super.
Eine große Festivalbühne hat aber natürlich ganz andere Qualitäten 🙂

Mit „Head and Tales“ ging es dann ja richtig ab: Große Tour, New Music Award und unzählige neue Erfahrung. Wie war diese intensive Zeit für euch und was ist euch auf Tour besonders wichtig? Was ist auch euer bisher verrücktester und schönster Tour-Moment?
Tour ist immer intensiv und man muss mehr auf sich achten als man denkt 🙂

Besonders wichtig ist ein gutes Team drum herum, das uns krass hilft und entlastet. Natürlich ist uns immer besonders wichtig in jeder Stadt eine gute Show zu spielen. Da sind tatsächlich Kleinigkeiten entscheidend. Fühlt sich jeder wohl auf der Bühne, ist der Sound auf der Bühne gut, nicht zu viel essen vor dem Auftritt 🙂

Uns ist wichtig, dass wir mindestens 15min direkt vor dem Auftritt zusammen kommen, einen Schnaps trinken und zu fokussieren.
Wir hatten das Glück so viele schöne Momente auf Tour einzufangen.
Ich kann mich noch an unser erstes Konzert in Nürnberg erinnern, wo zum ersten Mal Menschen außerhalb Münchens so richtig angegangen sind und fast jeden Song mitsingen konnten.

Verrücktester Tour Moment war definitiv das SXSW Festival in Austin. Mit unserer Musik so weit von Zuhause weg unterwegs zu sein, sie vor einem völligen neuen Publikum zu präsentieren, war krass!

2019 erschien eure „Frisbee“-EP mit dem One-Take-Video zu „Take It Easy“. Was waren eure größten Herausforderungen bei dem Video und wie viele Takes waren denn nötig?
Ich glaube Take 14 oder 15 war der finale Take 🙂 Sehr herausfordernd war es alles zeitlich zu schaffen, es mussten immer wieder alle Teile sprinten, um rechtzeitig an einem Ort zu sein. Outfits in Sekunden wechseln. Und das Taxi war für ein paar Stunden völlig raus und ist nicht mehr angesprungen, da dachten wir schon, es ist vorbei.

Wie entsteht ein neuer „KYTES-Song“ und wie kann man sich euren Songwriting Prozess vorstellen?
Die meistens Songs auf „good luck“ sind in München im Bandraum oder in Wien im Studio von unserem guten Freund Filous entstanden. Und sind Melodien erstmal sehr wichtig, das kommt dann manchmal so rüber, als wollen wir nur Pop-Ohrwürmer schreiben.

Aber wir sind alle überzeugt, dass zu einem richtig starken Song eine richtig gute Melodie dazu gehört.
Entstehen kann ein Song auf so vielen verschiedenen Ebenen. Manchmal ist es eine coole Textzeile, ein Thema, dass uns beschäftigt, ein Beat, ein Gitarren Riff und so weiter…

Mit „Want You Back“ wurde euer neues Album „good luck“ angekündigt. Wie kann man sich den neuen „good luck“- KYTES Sound vorstellen?
Wir haben letztens „KYTES 1.2.“ dazu gesagt. Eine Mischung aus dem Indie von Heads and Tales und dem Disco / Funk der Frisbee EP.
Indie – Disco also!

Vor kurzem wurde mit „Runaway“ der zweite Song von eurem zweiten Album veröffentlicht. Worum geht es im Song und gab es schon mal etwas, vor dem ihr „weggelaufen“ seid?
Klar! Vor U-Bahn Kontrolleuren, vor der Steuererklärung, Rechnungen, WhatsApp Nachrichten beantworten, da gibt’s ganz viel.
Wir haben uns in RUNAWAY mit der Idee beschäftigt, dass Weglaufen auch etwas Positives sein kann und man glücklich dabei sein kann. Glücklich, dass ein neuer Start vor einem liegt.

Mit dem Album Release startet auch eure „good luck“ Tour mit dem Triple M Tour-Opening in drei verschiedenen Locations in München. Wie kam es zu der Idee, wie wollt ihr das hinbekommen und was sind die Challenges?
Die Idee hatte unserer Tontechniker Henning. Für München, unserer hometown, wollen wir uns immer etwas besonders überleben und nach den zwei Konzerten im Strom hintereinander war klar, dass es nochmal was Neues braucht. Schaffen werden wir das nur dank der Hilfe unserer Crew! Mit viel Equipment und Disziplin 🙂

Wir sind KYTES und wir…

können ziemlich viel essen.

…sind frei.
.
..haben Bock.

…spielen einfach gerne.

…wollen doch nur spielen.

Titelbild Credit: © Franz Kais