Kayomi über „Paranoid“, Crowdfunding und leere Pools in großen Häusern | homies: Interview

Kayomi - Die Rock Newcomer aus Wien im homies: Interview über ihre Single "Paranoid", Crowdfunding und leere Pools in großen Häusern
Kayomi Interview

Kayomi über ihre Single "Paranoid", Crowdfunding und leere Pools in großen Häusern | homies: Interview

Kayomi – die fünfköpfige „Mehr als nur eine Rock-Band“ aus Wien steht kurz vor dem Release ihres ersten Albums.  Wir haben 3/5 der Band getroffen und uns mit ihnen über die Wiener Musikszene, ihre Pläne für 2020 und leere Pools in großen Häusern unterhalten.

Alex I, Alex II und nicht Alex (Georg), Sänger und Gitarrist, Schlagzeuger und Bassist der Band Kayomi empfingen uns in ihrem Proberaum mitten in Wien. Mit zur Gruppe gehören noch Juliane, die Saxophonistin und Christian, der FlötistDoch wie kam es eigentlich zur Gründung von Kayomi? 

Wie ist eure Band entstanden? Wie habt ihr euch kennengelernt?
Alex II:  Alex I und ich kennen uns aus der Schule. Ich wusste, dass er auch Musik macht und bei unserem Maturatreffen kamen wir auf die Idee doch einmal gemeinsam Musik zu machen. Und dann ging es einfach immer weiter und wir lernten neue Leute mit neuen Instrumenten kennen und Georg haben wir über Ecken, der Ecken, der Freunde eines Freundes kennengelernt. Wir hatten echte Probleme damit einen Bassisten zu finden, umso glücklicher sind wir, dass wir Georg gefunden haben.

Die Band machte in den letzten Jahren einige Änderungen in ihrer Zusammensetzung durch und existiert in ihrer jetzigen Konstellation erst seit 2019. Auch ihr Sound änderte sich mit dem Wechsel der Mitglieder.

In welchem Genre würdet ihr eure Musik einordnen
Alex II: Wir sind auf jeden Fall im Rock zu Hause. In unserer Musik finden sich aber auch viele elektronische Elemente und allein durch unsere Konstellation mit Flöte und Saxophon ergibt sich ein ganz eigener Mix.

Alex I: Ich mag es eigentlich nicht Musik auf ein Genre einzugrenzen. Ich verstehe schon den Sinn von Genres, aber ich bleib meist lieber, bei einem seht breiten Oberbegriff. Definitiv Rock, aber wir versuchen auf jeden Fall etwas Eigenständiges zu produzieren, das uns auch selbst gefällt und nicht den aktuellen Trends nachzujagen, nur weil sie aktuell sind.

Welche Künstler beeinflussen eure Musik und wen seht ihr als Vorbild?
Georg: Jeder von uns hat seinen eigenen Musikgeschmack, der sich von anderen hochgradig unterscheidet. Ein Umstand, der für uns als Band sehr cool ist. Für mich sind es Acts wie Radiohead oder Bon Iver.

Alex II: Ich bin ein sehr großer Fan von Jordan Rakei, dessen Musik ich im Bereich Soul ansiedeln würde. Und was man dann auch auf unserem Album hören kann, ich habe meine Wurzeln im Progressive Rock und höre da vor allem Karnivool und Plini.

Alex I: Ich hör viel Verschiedenes, viel Hip Hop. Ich hör auch gern österreichische Bands wie 5K HD, zurzeit vor allem All-Female-Groups wie, zum Beispiel, Friedberg und My Ugly Clementine.

Die beiden fehlenden Mitglieder sind mit ihren Musikgeschmäckern im Bereich Pop und Klassik anzusiedeln, beziehungsweise Juliane, laut den anwesenden Jungs, im Bereich der Bootsgeräusche! Ob das das Geheimnis ihres Songwritings ist?

Eure erste Single „Paranoid“ ist seit kurzem öffentlich. Wovon handelt der Song?
Alex I: „Paranoid“ handelt in erster Linie davon, sich in seiner Umgebung fremd und in seinen Beziehungen unsicher zu fühlen und nicht zu wissen woran man eigentlich ist.

Was war die Idee hinter eurem Video zu „Paranoid“?
Alex II: Meine Oma hat ein sehr großes Haus, und in diesem Haus gibt es im Keller einen Pool. Der wird allerdings schon länger nicht mehr genutzt und da kam mir die Idee doch etwas mit diesem Pool zu machen. Ich denke wir haben diese erste Grundidee sehr gut weiterentwickelt und das Video spiegelt den Inhalt des Songs sehr gut wider.

„Paranoid“ war nur der erste, von zahlreichen neuen Tracks. Das Debütalbum der Band erscheint 2020.

Was darf man von eurem ersten Album erwarten?
Alex I: „Paranoid“ ist schon ein sehr guter Indikator dafür, in welche Richtung das Album gehen wird. Es steht auf jeden Fall ein einheitliches Konzept dahinter.

Georg: Es ist definitiv tanzbar!

Wie findet ihr Wien als Stadt, um als Band durchzustarten? Kennt man andere Künstler und wie einfach ist es hier Möglichkeiten zum Auftreten zu finden?
Georg: In Wien kennt man sich durchaus, aber natürlich würden wir gerne noch mehr Leute kennen. Hier ist es tatsächlich relativ einfach, Locations für einen Auftritt zu finden. Lokalbesitzer sind meist sehr unkompliziert und unterstützen die Wiener Musik Szene sehr gerne. Es gibt auch zahlreiche, gut funktionierende kleine Festivals, wie zum Beispiel, die Gürtel Connection oder den Night Walk.

Alex II: Was ich mir noch wünschen würde ist, dass sich Musiker untereinander mehr unterstützen. Oftmals gibt es leider viel Neid in der Szene, wobei wir doch alle das Gleiche wollen, einfach nur Musik machen. Jeder Künstler hat seine Berechtigung und es gibt auch genug Platz in der Wiener Musikszene. Nicht nur in Wien oder Österreich, sondern international wäre es schön, wenn sich Musiker mehr gegenseitig unter die Arme greifen würden. 

Wir leben im Jahr 2019 und wer hier seine Unterstützung ausdrücken möchte tut dies meist über soziale Medien. Man findet Kayomi übrigens auf Instagram, Facebook und YouTube. Und wenn man sie dann für gut befunden hat und sich nach noch mehr sehnt, kein Problem, die Band hat vorgesorgt.

Ihr habt gerade eine Crowdfunding Kampagne gestartet. Was ist euer Ziel, das ihr mit diesem Schritte erreichen wollt und welche Gegenleistungen bietet ihr Leuten für ihre Unterstützung?
Alex I: Für uns macht die Kampagne sehr viel Sinn und wir erhoffen uns dadurch noch den Rest unserer Albums-Produktion und vielleicht noch ein weiteres Musikvideo finanzieren zu können. All das kostet viel Geld, das wir nicht oder besser nicht mehr haben. Auch wissen wir dann vorab schon Bescheid, wie sich unseren Alben und unser Merchandise verkauft.

Georg: Als Gegenleistung für die finanzielle Unterstützung gibt es unter anderem Schlagzeugunterricht von Alex II oder auch Englisch- und Geschichtsunterricht von mir persönlich. Zur Single „Paranoid“ haben wir auch zusätzlich zu unseren Kayomi-Shirts eine limitierte Anzahl an eigenen T-Shirts designen lassen, auch die gibt es dort zu erwerben.
Zu finden ist ihre Crowdfunding-Kampagne unter: https://www.startnext.com/kayomi-debuet-album
Die Kampagne geht noch bis zum 5.1.2020.

Abgesehen von einer erfolgreichen Crowdfunding Kampagne, was sind eure Wünsche und Pläne für 2020?
Alex I: Ich bin eigentlich zum ersten Mal richtig stolz auf unsere eigene Musik und würde sie auch selber hören, deshalb würde ich mir wünschen, dass wir möglichst viele Leute mit unseren Liedern erreichen.

Georg: Wir wollen nächstes Jahr viel auftreten und hoffentlich auf vielen Festivals dabei sein. Ich hoffe natürlich auch, dass den Leuten unser Album gefallen wird.
Zum Abschluss des Interviews noch 3 Fragen, um die Jungs etwas persönlicher kennenzulernen:

Mit welchem Künstler (tot oder lebendig) würdet ihr gerne kollaborieren?
Georg: Alf Poier.
Alex II: Salvador Dali, der könnte live zu jedem unserer Songs ein Bild malen.
Alex I: 5DHK, hit me up!

Wie sieht euer perfektes Festival Line Up aus?
Alex I: Tyler The Creator und Alf Poier natürlich.
Georg: Beatles, Rolling Stones und Led Zeppelin. Und vielleicht noch Mac DeMarco.
Alex II: Prince, Daughter, wenn sie nur ihr erstes Album spielen und Karnivool.

Letzte Frage: Welches Lied habt ihr zuletzt gehört?
Georg: Antonin Dvoraks 9te Sinfonie, gerade vorhin bei der Herfahrt.
Alex I: „Gimme summn“ von TNGHT.
Alex II: „If it was easy“ von apltn x MakOto

Und das wars. Wir bedanken uns recht herzlich bei den sehr sympathischen Jungs von Kayomi für das Interview und wünschen ihnen einen erfolgreichen Album Release und ein tolles 2020.

KAYOMI

Genre: Rock
Mitglieder: Alex, Alex, Georg, Juliane und Christian
Herkunft: Wien
Gründungsjahr: 2019

Titelbild Credit: © Michelle Abert

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