Die Rapperin Juju aus Berlin verleiht Deutschrap den Bling Bling

Das ist Juju 44 - Digga, merk dir ihren Namen! Juju liefert einen Hit nach dem anderen und überzeugt durch ihre Vielseitigkeit. Das Rap-Märchen der Berlinerin erzählen wir dir im homies: Spotlight!
Juju

Musik aus der Hauptstadt

Angefangen hat das Rap-Märchen in Berlin-Neukölln. Juju, damals noch als Judith Wessendorf unterwegs, wächst bei ihrer Mutter auf, ihre Kindheit ist kompliziert, die alleinerziehende Mutter überfordert.

In dieser Zeit erreichen Juju erste musikalische Einflüsse, die auch ihre spätere Musik prägen werden. Besonders identifizieren kann sich Juju mit den Texten von Eminem und seinen Geschichten über Probleme mit den Eltern. Inspiration findet sie aber auch bei Berliner Urgesteinen wie Sido und Aggro Berlin sowie in Künstlerinnen wie Christina Aguilera und Kitty Kat.

Frauenrap auf Deutsch

Juju beginnt, inspiriert von ihren Idolen, bereits früh in einer Gruppe von Freunden zu rappen. Hier ist sie nicht nur die Jüngste, sondern auch die einzige Frau. Dadurch bemerkt sie schnell, dass es bei guter Musik nicht um das Geschlecht, sondern einzig und allein um Talent geht.

Man wird nicht sagen, das ist Frauenrap auf Deutsch, man wird sagen, dieses Album hat zerstört“ – rappt Juju in ihrem Song „Intro“.

Heute ist Juju eine der wenigen wirklich etablierten Rapperinnen in der deutschen Musikszene, der auch ihre männlichen Kollegen den verdienten Respekt entgegenbringen. Denn auch, wenn mit Größen wie Juju, Loredana und Hayiti immer mehr Frauen in den Deutschrap-Olymp aufsteigen, ist es für sie immer noch schwerer im Geschäft Fuß zu fassen und ernst genommen zu werden.

Mit SXTN zum Erfolg

Nachdem sie Rap für einige Zeit in den Hintergrund gestellt hatte, erschien Juju im Jahre 2014 erstmals im großen Maße auf der Bildfläche. Mit dem Duo SXTN, das sie mit Freundin und Rapperin Nura gründete, gelang ihr der große Durchbruch.

Gemeinsam eroberten die beiden Künstlerinnen die größten Festivalbühnen des Landes. Songs wie „Jetzt sind die Fotzen wieder da“ und „Von Party zu Party“ wurden zu Abriss-Dauerbrennern. 2018 kam es dann zur großen Enttäuschung für alle SXTN-Fans: Nura und Juju trennten sich und gehen seitdem ihren eigenen musikalischen Weg.

Die Trennung verlief erstaunlicherweise ganz ohne Drama und im Guten – allen geltenden Rap-Klischees zum Trotz.

"Vermissen"

2019 durften Juju Fans sich dann wieder richtig freuen: Mit „Vermissen“ veröffentlichte die Berlinerin nicht nur eine Single Auskopplung ihres anstehenden Debütalbums, sondern landete im selben Atemzug auch noch ihren ersten Nummer 1 Hit. Der Song featured AnnenMayKantereit-Frontman Henning May, der gemeinsam mit Juju eines der wohl größten Gefühle besingt: das Vermissen.
Juju und Henning zeigen sich auf dem Track ungewöhnlich verletzlich und liefern trotz der ruhigeren Töne wohl den Ohrwurm des Jahres.

Der Song zeigt: Juju kann nicht nur Party, sondern auch Gefühle mittels Rap vermitteln.

"Bling Bling"

Im Sommer 2019 war es dann soweit: Juju veröffentlichte mit „Bling Bling“ ihr Debütalbum, das sie gemeinsam mit Krutsch produzierte, der auch schon die Arbeit von SXTN unterstützt hatte. Bereits im „Intro“ wird von vornherein klar, was Juju drauf hat: eine Ansage nach der anderen raushauen und nebenbei noch die gesamte deutsche Rap-Szene in ihre Schranken weisen.

Richtige Spastis tun auf Held, hätten gar kein Antrieb ohne Geld, genauso krank wie diese Welt“ (Intro)

In Songs wie „High Babe“ und „Winter in Berlin“ kombiniert Juju Rap mit ruhigeren Melodien, mit Songs wie „Live Bitch“ und „Hardcore High“ liefert sie allerdings auch wieder feinste Abriss-Sounds.

„Bling Bling“ liefert nicht nur einige Hits, sondern wurde auch mehrfach ausgezeichnet. So erhielt die Single „Vermissen“ die 1-Live-Krone als „Beste Single„. Juju erhielt zudem die Auszeichnung als „Beste Künstlerin“ und wurde bei den MTV European Music Award zum „Best German Artist“ gewählt.

"Kein Wort"

Was Frauen im Deutschrap erreichen können, bewies Juju spätestens mit ihrem Song „Kein Wort“, den sie gemeinsam mit der Schweizer Rapperin Loredana performt. Der Song wurde sofort zum Hit und brach mit über 2 Millionen Streams den Rekord, des meistgestreamtesten Songs weiblicher Künstlerinnen am Release-Tag.

Loredana selbst erklärte, der Song sollte ein Symbol an alle jungen Frauen sein und zeigen, was alles erreicht werden kann, wenn sich Frauen zusammenschließen. Juju und Loredana präsentieren sich im Song als unabhängige Frauen, die nicht auf Männer angewiesen sind – weder im Real Life, noch im Rap. Und die Gucci-Tasche kaufen sie sich sowieso selbst!

Juju

Genre: Deutschrap
Mitglieder: Judith Wessendorf
Herkunft: Berlin
Gründungsjahr: 2014

Titelbild Credit: ©Christian Hasselbusch

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