Spotlight: Die Newcomer Band Provinz liefert im Neonlicht das was uns high macht

Schon lange hat es keine deutsche Newcomer Band mehr gegeben, die so viel Potenzial zum ganz großen Erfolg mitgebracht hat wie Provinz. Ihre musikalische Story im homies: Spotlight!
Provinz

Hand aufs Herz, wo schafft man eher den musikalischen Durchbruch? Am Land mit Dorfdisco und jährlich stattfindenden Frühjahrsfesten oder in der großen und pulsierenden Großstadt, wo man gefühlt jeden Tag auf ein anderes Konzert gehen kann?

Klar, der Durchbruch kann auch abseits der Großstadt klappen – das beweisen Bands wie die ursprüngliche Schülerband Leoniden und unzählige andere. So auch bei der Band Provinz – die, wie es der Name schon verrät, wirklich aus der Provinz kommen: nämlich aus Vogt, einem 4.500 Einwohner Dorf in der Nähe von Ravensburg.

Der Ursprung ihrer Musik hängt sicher damit zusammen, dass drei von den vier Jungs (Vincent, Robin, Moritz) Cousins sind und in ihrer Familie Musik schon immer eine große Rolle spielte. So wundert es auch nicht, dass der gemeinsame Proberaum mit Platten der Familie (The Beatles, Johnny Cash) geschmückt ist. Zu ihren musikalischen Einflüssen gehören laut der Band auch Die Toten Hosen, Mumford & Sons oder Element of Crime.

Die beiden Cousins Vinzent (Gesang) und Robin (Piano) machten unter dem Namen Twice schon länger Musik gemeinsam. Später kam noch Cousin Moritz (Bass) dazu. Nachdem 2017 Schlagzeuger Leon dazustieß, änderten sie schließlich ihren Namen in Provinz – die Band war komplett.

Von der Provinz zum Major Deal

Provinz haben sich anschließend für den Förderwettbewerb Bandpool in Mannheim beworben. Ein Förderprojekt, das junge Musiker unterstützt und weiterentwickelt. Die letzte Stufe der Bewerbung war ein Live-Vorspiel, wobei die Jury aus Leuten aus der Musikbranche zusammengesetzt wurde. Unter anderem waren dabei auch die drei Major-Plattenfirmen vertreten. So kam die Band 2019 an ihren Plattenvertrag beim Major-Label Warner Music.

„Reicht dir das“ - eine homies: EP Review

Am 3. Mai 2019 veröffentlichen Provinz ihre erste EP „Reicht dir das“, die neben dem gleichnamigen Titelsong die drei Tracks „Neonlicht“, „Was uns high macht“ und „Zu jung“ beinhaltet. Aufgenommen wurde die EP in den Hansa Studios in Berlin von Produzent Tim Tautorat, der unter anderem auch AnnenMayKantereit, KLAN und Faber produzierte.

Die live eingespielten Songs überzeugen alle durch ihre Roughness, Emotionalität und Ehrlichtkeit. Besonders die Verletzlichkeit in Sänger Vincent’s Reibeisen-Stimme verleihen den Songs ihren besonderen Touch.

Neonlicht

Den Song schrieb Vincent beim Großstadtbesuch. In „Neonlicht“ geht es darum, wie die Stadt einen erdrücken kann. „Bei all diesen Lichtern, sehe ich die Sterne nicht mehr“. Ein Hilfeschrei nach Raum, ein Suchen nach dem täglichen Kick und der traurigen Erkenntnis, dass ein Leben im Trubel nicht immer erstrebenswert ist.

„Neonlicht“ erinnert zudem an die Wucht und Ehrlichkeit von „Schwarz zu Blau“ von Peter Fox, überzeugt jedoch um ein Vielfaches mehr.

Was uns high macht

Was uns high macht“ beschreibt das Lieblingsthema der Jugendlichen: Feiern. Es ist auch der einzige Song, der nach einer Jam-Session entstanden ist.

Vermutlich klingt er daher leichter, schneller, „Uptempo-mäßiger“, vermutet Vincent. „Der Text handelt von einer Person, die ich kenne und die einen exzessivem Lebenswandel pflegt. Die ungezügelt macht, was sie gern macht. Die Freiheit und Genießen über alles stellt und nicht daran denkt, was morgen kommt.“

Du sagst, es geht uns viel zu gut in diesen kranken Zeiten. Schaust traurig in dein leeres Glas hinein“

Provinz - Was uns High macht

Zu jung

Zu jung“ schrieb Vincent im jungen Alter von 15 Jahren. Dabei singt er über die Erkenntnis, dass man manchmal einfach noch zu jung ist, um Liebe zu begreifen.

„Bin wahrscheinlich noch zu jung, einfach noch zu dumm, um das zu verstehen“.

Provinz - Zu jung

Besonders macht den Song, dass sich vermutlich jeder in dieser Situation selbst wiederfinden kann. So richtig ins Gefühl geht der Song, als der Background-Sound ertönt und man selbst laut mitsingen möchte!

Reicht dir das

„Und wenn ich dir sage, wie sehr ich dich liebe, dann wäre das eine Lüge, doch reicht dir das, reicht dir das?“

Provinz - Reicht dir das

Die Beziehung ist für einen selbst schon vorbei, der Kick ist raus und die Zuneigung zum Partner ist dahin. Soll man den Trott weitermachen oder die Beziehung beenden und den Partner verletzen? Von genau diesem Gefühl handelt „Reicht dir das“.

Provinz schreibt über die Themen des Lebens. Über Situationen, die jeder kennt und genau das schafft diese starke Verbindung zwischen Hörer und Band.

Wir bauten uns Amerika

Wir bauten uns Amerika“ – der Titel des kommenden Debütalbums kleidet diese Projektion in plastische Worte. Denn natürlich glitzerte für Vincent, Robin, Moritz und Leon in der Jugend nichts so sehr wie die amerikanische Popkultur. „Das sagenumwobene Amerika: es gab wohl keinen Ort auf der Welt, der von unserer Provinz gefühlt weiter weg sein konnte“, bestätigt Schlagzeuger Leon. „Heute sind wir an einem Punkt, dass wir uns einfach unser eigenes Amerika bauen: wir produzieren unser erstes Album zusammen. Und wir brechen aus der Provinz in die Welt auf, auch das wollten wir damit zum Ausdruck bringen.“

Ihre erste Singleauskopplung erschien im Oktober 2019 mit dem Song „Augen sind rot“. Kurz darauf folgte ihr erster Fernsehauftritt in der ProSieben TV-Show Late Night Berlin mit Klaas Heufer-Umlauf.

Wenn die Party vorbei ist

Kennt ihr das: man ist auf einer Party, angenehm berauscht und voll in der Magie des Momentes – und plötzlich überkommt einen dieses eigenartig sentimentale Gefühl. Man fragt sich: was mache ich eigentlich hier? Und wer sind all diese Leute um mich herum? Provinz haben genau dieses Gefühl in ihrer zweiten Single-Auskopplung „Wenn die Party vorbei ist“ verpackt.

Es ist das klassische „Gehen, wenn’s am schönsten ist“-Moment. Die meisten trinken noch einen hinterher, bis der berauschte Zustand wieder eintritt, doch nicht Vincent! Der mag gerade diese Stimmung: „Ich nutze dieses Gefühl manchmal, um kreativ zu sein und die Stimmung aufzunehmen, in der ich mich gerade befinde. Das Phänomen, wenn man während es Rausches auf einer Party sentimental wird und geht, wenn es am schönsten ist, habe ich oft beobachten und auch schon selbst erlebt und es hat mich fasziniert.“

Diego Maradona

Diego Maradona – kaum eine Figur hat die Geschichte des Weltfußballs geprägt wie der argentinische Superstar. Der Mann ist ein Mythos, und das längst nicht nur wegen der „Hand Gottes“, mit der er bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1986 ein Tor erzielte und Argentinien schließlich zur Weltmeisterschaft führte.

Diego Maradona, das war stets auch: Exzess und Extreme, von seiner Kokainsucht und dem Hang zur Fettleibigkeit während seiner aktiven Zeit bis hin zu unorthodoxen politische Ansichten und Abermillionen von Steuerschulden in späteren Jahren. Kurzum: Diego Maradona ist das perfekte Sinnbild für Aufstieg und Fall.

Nimmt man nun noch die Tatsache hinzu, dass die Mitglieder von Provinz allesamt große Fußballfans sind (die untereinander gern und oft über aktuelle Spiele, Mannschaften und Ligen fachsimpeln), kommt dabei ein mitreißender Song wie „Diego Maradona“ heraus.

Provinz

Genre: Folk Pop
Mitglieder: Vincent, Moritz, Robin, Leon
Herkunft: Vogt bei Ravensburg
Gründungsjahr: 2017

Titelbild Credit: ©Tim Erdmann

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