AnnenMayKantereit – Die Geschichte der Indie Band mit der rauen Stimme aus Köln

Musik, die aus dem Leben kommt, Reibeisenstimme und Do-It-Yourself Akustik – AnnenMayKantereit dürften inzwischen jedem Fan deutschsprachiger Musik ein Begriff sein. Die Kölner Band macht Musik für die Seele und begeistert regelmäßig Tausende Musikliebhaber bei ihren ausverkauften Konzerten. Wie die Geschichte dieser besonderen Band begonnen hat, erfahrt ihr im homies: Spotlight!
AnnenMayKantereit

Die drei Kölner Christopher, Henning und Severin beginnen sich bereits in ihrer Schulzeit weniger auf den Unterricht, und umso mehr auf die Musik zu konzentrieren. Damals noch zu dritt, kreieren die Freunde ihren heutigen Namen „AnnenMayKantereit“, zusammengesetzt aus den Nachnamen der drei Gründungsmitglieder Christopher Annen an der Gitarre, Henning May (der mit der tiefen, schönen Stimme) und Severin Kantereit am Schlagzeug.

2011 beginnt das damalige Trio Kölns Straßen unsicher zu machen und zu musizieren. Auf einem ihrer Straßenkonzerte auf einer Universitätswiese, lernen sie schließlich Lars Lötgering kennen, der kurzzeitig zum Bassisten der Band wurde, bis Malte Huck 2014 seinen Platz am E-Bass übernimmt und bis heute ein unverzichtbares Mitglied der Band geblieben ist.

Der Bandname wird allerdings nicht ergänzt – ist ja so auch schon lang genug. Fünftes, mehr oder weniger stetiges Mitglied ist der Trompeter Ferdinand Schwarz, der die Band hauptsächlich auf ihren Touren unterstützt.

AMK

2013 entsteht mit „AMK“ das erste Album der vier Musiker, das ihnen sofort zu einem ersten Bekanntheitsgrad auch über Kölns Grenzen hinaus verhilft.

Ihr Song „Wohin du gehst“ bleibt bis heute einer der beliebtesten Songs der Band. Schon auf ihren ersten Eigenproduktionen lässt sich erkennen, was AnnenMayKantereit so von anderen deutschsprachigen Bands hervorhebt. Zum einen ist da Hennings raue Stimme, die man eher einem alten Jazzsänger zutrauen würde, als einem jungen Typ. Vor allem geht es aber um das Gefühl, das die Band als Ganzes vermittelt. AnnenMayKantereit singen von Verlust und Freundschaft, von Familie und Liebe – vom ganz Alltäglichen eben – zu dem sich jeder äußern und in das sich jeder hineinversetzen kann.

Wird schon irgendwie gehen

Und sie haben es tatsächlich irgendwie geschafft: Nach Support-Acts für die Beatsteaks und Clueso finanziert die Band 2014 per Crowdfunding ihre erste professionell produzierte EP „Wird schon irgendwie gehen“, die sie in den berühmt-berüchtigten Hansa Studios in Berlin aufzeichnen.

Darauf sind neben ihren Hits „Oft Gefragt“ und „21, 22, 23„, die sich auch auf dem Nachfolge-Album finden lassen, noch drei weitere Songs in typischer AnnenMayKantereit-Manier zu finden.

Alles nix Konkretes

2016 erscheint mit „Alles nix Konkretes“ das zweite Album der Band, das in Deutschland und Österreich sofort auf Platz 1 der Albumcharts einsteigt und ihr erstes Album wurde, das auf einem Major Label veröffentlicht ist.

Das bringt der Band nicht nur Lob, sondern auch einiges an Kritik ein. Waren AnnenMayKantereit bisher eine der wenigen Bands, die es auch ohne Plattenvertrag durch die Hilfe von Youtube und Live-Auftritten zu großem Erfolg geschafft hatten.
Auf dem Album bleiben AnnenMayKantereit ihrem Stil trotz allem treu, die Songs klingen genauso geerdet wie zuvor, die Unterschrift beim Plattenlabel hat daran nichts geändert.

Auch die Themen bleiben gleich, teilweise vielleicht trivial, aber eben auch nahe an den Lebensumständen der Fans. Da geht es in „Neues Zimmer“ um genau das – ein neues Zimmer in der WG, in dem komische Geräusche zu hören sind. Songs wie „Oft Gefragt“ und „Barfuß am Klavier“ zeigen aber auch das Talent der Band, Gefühle zu zeigen und diese beim Zuhörer zu gleichem Maße zu erzeugen.

Schlagschatten

Mit „Schlagschatten“ erscheint 2018 das dritte Album der Band nach immerhin zweijähriger Pause. Im Voraus hatte die Band bereits einen großen Teil der Songs als Live-Versionen auf YouTube veröffentlicht. Eine große Überraschung durften sich die Fans am Tag der Veröffentlichung also nicht mehr erwarten.

Auf ihrem zweiten Album bleibt vieles gleich ohne dabei eintönig oder abgedroschen zu klingen. Die Songs „Marie“ und „Jenny Jenny“ können nahtlos an die gefühlvolle Seite der Band anschließen. In „Schon krass“ kommt es zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Drogen. Mit ihrem Song „Weiße Wand“ wagen sich AnnenMayKantereit allerdings auch aus ihrer Komfortzone heraus und an ihr erstes politisches angehauchtes Lied.

Die von Henning gesungenen Zeilen lesen sich zudem nicht nur als Kritik, sondern auch als eine Art Ansage, um Missstände nicht nur zu kritisieren, sondern das Kritisierte auch zu verändern.

AnnenMayKantereit & Freunde

Die Konzerte der Band sind meistens restlos ausverkauft, denn die Kölner werden von Tausenden von Fans bejubelt. Doch nicht nur ihre Solo-Konzerte sind beliebt: Auch das inzwischen zur Tradition gewordene Format „AnnenMayKantereit und Freunde“ begeistert immer wieder.

Für die speziellen Events lädt die Band befreundete Künstler ein und zusammen wird gemeinsam ein Fest der Extraklasse gefeiert. In der Vergangenheit waren bereits Acts wie die Giant Rooks, Parcels und Faber am Start. Man darf also gespannt sein, wer beim nächsten Event mit dabei sein wird!

AnnenMayKantereit

Genre: Indie Rock
Mitglieder: Christopher Annen, Henning May, Severin Kantereit, Malte Huck
Herkunft: Köln
Gründungsjahr: 2011

Titelbild Credit: © Martin Lamberty

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