Andy Barsekow über Booking, Social Media und Highlights beim PULS Open Air | homies: Interview

homies: haben Andy Barsekow, Leiter der Musikplanung und Bandförderung beim PULS Open Air, zum Interview getroffen. Gemeinsam sprechen wir über das Booking, Social Media, Synergien zwischen Rundfunk und Festival sowie über neue Highlights beim PULS Open Air.
Andy Barsekow

Bitte stell dich kurz vor.

Ich bin Andy Barsekow und leite bei PULS den Bereich Musikplanung und Bandförderung. Zudem verantworte ich einige Musikprojekte bei PULS, wie z.B. das PULS Open Air.

PULS Open Air

PULS Open Air | Schloss Kaltenberg

Pulsierende Kugeln und glühende Dreiecke, ein traumhaftes Schlossgelände – und über allem schwebt der Sound von Acts aus Bayern, Deutschland und der Welt. Das PULS Open Air ist der perfekte Ort für Musik.

Was ist das PULS Open Air, wo findet es statt und wie sieht das Line Up Genre aus?

Das PULS Open Air findet auf dem Gelände vom wunderschönen Schloss Kaltenberg statt. Das liegt ziemlich genau im Dreieck von München, Augsburg und Landsberg. Das PULS Open Air soll in erster Linie zum Musikentdecken einladen und deshalb konzentrieren wir uns beim Booking stark auf Newcomer aus Bayern, Deutschland und der ganzen Welt. Natürlich dürfen zwischendrin auch ein paar bekannte Namen nicht fehlen.

 

Wie ist das PULS Open Air entstanden und wie hat es sich im Laufe der Zeit entwickelt?

PULS bietet bereits seit über 10 Jahren ein sehr erfolgreiches und immer ausverkauftes Indoor-Festival im Winter an. Der Bedarf an neuer Musik ist also vorhanden und da wir bei unserer Winter-Edition von der Besucherzahl limitiert sind, war der Wunsch nach einem Pendant im Sommer schon immer ziemlich groß. Mit Amont haben wir einen Veranstalter gefunden, der auf der Suche nach einem passenden Open Air Konzept war und es mit uns diese Idee umsetzen wollte.

 

Auf was legt ihr beim Booking besonders großen Wert

Wir haben einige Kriterien, auf die wir großen Wert legen. Regionalität, musikalische Vielfalt und ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis sind da die wichtigsten Grundpfeiler. Deshalb bieten wir jungen Bands aus der Region auch einige Slots auf unseren Bühnen an und werden sogar dieses Jahr noch intensiver mit unserem Newcomerformat Startrampe zusammenarbeiten.

Beim PULS Open Air sind 50% der auftretenden Acts weiblich bzw. Bands mit weiblicher Beteiligung. Das ist bei Veranstaltungen dieser Größenordnung noch nicht selbstverständlich und wir versuchen, da mit gutem Beispiel voranzugehen. Ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis beim Festival-Booking kann langfristig auch die Entwicklung innerhalb der Musikindustrie beeinflussen und deshalb sehen wir das für uns als wichtigen Beitrag.

Was die musikalische Ausrichtung angeht, bilden wir beim PULS Open Air genau das Musikprogramm von PULS im Radio ab. Wir bewegen uns immer zwischen Indie, Hip Hop, Elektronik und Pop.

 

Wie hat sich das Booking vom PULS Open Air seit seiner Entstehung verändert?

Wie gesagt, wir orientieren uns immer an der musikalischen Ausrichtung von PULS gesamt. Das beinhaltet natürlich auch aktuelle musikalische Entwicklungen und neue Trends. Hip Hop war uns schon immer sehr wichtig, hat aber im Vergleich zu 2016 tatsächlich ein bisschen zugenommen. Das hat sicherlich mit der stetig steigenden Relevanz von Hip Hop auch bei einer breiteren Zielgruppe zu tun.

Der Bayerische Rundfunkt tritt ja eigentlich als Rundfunk Unternehmen auf. Wie kam es zur Idee eines eigenen Festivals und gibt es Synergien zwischen Rundfunk und Festival, die ihr nutzen könnt?

Unser Indoor-Festival war hier sicher der Auslöser. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Liveevents und unsere medialen Aktivitäten wunderbar zusammenpassen. Gerade im Bereich Newcomerförderung können wir durch diese Kombination viel bewegen und Bands auf unterschiedliche Weise eine Bühne bieten.

 

Wie wichtig ist für das PULS Open Air Social Media geworden?

Social Media ist sicherlich ein wichtiger Bestandteil der Berichterstattung und Bewerbung. Gerade Instagram spielt da eine besondere Rolle, da sich darüber neben Informationen auch viel Atmosphäre transportieren lässt. Und davon lebt das PULS Open Air.

Wir legen sehr viel Wert auf eine besondere Atmosphäre und generell den gesamten Look der Veranstaltung. Das sind oft gefühlige und visuelle Themen, die sich über Instagram wunderbar abbilden lassen. Zudem ist es über Social Media einfacher, den Kontakt zum Publikum zu halten, Feedback einzuholen und es zu beteiligen. Am Ende machen wir das Open Air ja für die Besucher und Besucherinnen und da ist uns ihre Meinung natürlich besonders wichtig.

 

Camping – früher Zelt und Schlafsack, heute Blockhaus mit Matratze und Kuscheldecke – wie hat sich das Angebot und vor allem auch die Nachfrage zu alternativen Campingmöglichkeiten gewandelt?

Das spielt beim PULS Open Air noch keine große Rolle. Bei uns heißt es immer noch Zelt und Schlafsack.

 

Das PULS Open Air setzt jedes Jahr wieder Highlights mit seinen Workshops zur Nachhaltigkeit, seinen Live-Podcasts und Rahmenprogramm abseits der Bühne – wie ist dieses Konzept entstanden und auf welche Schmankerl kann man sich 2020 freuen?

Das Rahmenprogramm spielt bei uns eigentlich genau die gleiche Rolle wie das Musikprogramm. Wir möchten den Besucherinnen und Besuchern ein Gesamterlebnis präsentieren und da die Interessen ja oft sehr vielfältig sind, bieten wir auch ein vielfältiges Angebot. Die Workshops und Livepodcasts reichen inhaltlich von Politik, über Nachhaltigkeit und Awareness bis zum Thema Popkultur. Am Ende soll es mehr als ein „klassisches“ Musikfestival sein, sondern ein Wochenende unter Freunden mit einer Fülle an nachhaltigen Erinnerungen.

Titelbild Credit: ©Fabian Stoffers