6 Musiker, die mit Soloprojekten durchstarteten mit KUMMER, Jamie xx, Erlend Øye, Rostam, Kurt Vile und Love Fame Tragedy | Sixtape

Der Erfolg einer Band entsteht zumeist aus dem Zusammenwirken mehrerer kreativer Geister. Oftmals verspüren aber Musiker den Drang, sich vollkommen entfalten zu können, ohne auf die Vorstellungen anderer Rücksicht nehmen zu müssen und versuchen sich in einem Soloprojekt. Im homies: Sixtape findet ihr spannende Künstler, die sich in dieser Form verwirklicht haben.
Sixtape Soloprojekte

#1 Jamie xx - I Know There's Gonna Be (Good Times)

Jamie xx ist einer der Mitbegründer der Indiekult Band The xx. Während die Band bereits 2009 mit ihrer Debütsingle „Crystalised“ in den Fokus der Öffentlichkeit geriet, versuchte sich der auf den bürgerlichen Namen Jamie Smith hörende Musiker im Hintergrund an Reproduktionen von Musik anderer Künstler wie zum Beispiel von Florence + The Machine, Adele oder Radiohead. Als er schließlich erstmals alleine auf einer Bühne performte, entschied er sich, unter dem Bühnennahmen Jamie xx aufzutreten. Der Großteil der Musik von The xx wurde von ihm selbst produziert. Durch seine Arbeit machte er sich im Musikgeschäft rasch einen Namen und kam dazu, auch Songs für arrivierte Künstler wie Drake oder Alicia Keys zu produzieren. Sein Debütalbum „In Colour“ veröffentlichte Jamie 2015.

Darauf zu finden ist unter anderem der Titel „I Know There’s Gonna Be (Good Times)“, womit Jamie ein absoluter Hit gelang. Dabei kollaborierte er mit dem Rapper Young Thug und dem Dancehall-Sänger Popcaan.

„Um, good times, there’s gon‘ be some good times.
Remember we used to pull up and let them fight?
That’s that hood time.“
Jamie xx ft. Young Thug & Popcaan

#2 Erlend Øye - For the Time Being

Erlend Øye wurde durch als Teil des norwegischen Indie Pop-Duos Kings of Convenience Anfang der 2000er Jahre bekannt. Kurz darauf zog Øye nach Berlin und gründete dort die Band The Whitest Boy Alive, die sich durch einen Mix aus Indie Pop und Funk auszeichnete. Dieses Bandprojekt wurde 2014 für beendet erklärt. Øye verwies dabei auf gesundheitliche Probleme. Er habe seit einigen Jahren einen Tinnitus. Die Ärzte hätten ihm daraufhin geraten, leisere Konzerte zu spielen, was er strikt ablehnte: „Unser Sound war zum Tanzen da, den kannst du nicht leise spielen.“ 2017 spielte die Band eine Reunion-Show in Italien, wo Øye momentan lebt. Im Spätsommer 2019 spielten sie auf einem Festival in Chile und schienen nicht abgeneigt zu sein, weitere Konzerte zu spielen. Anfang März 2020 veröffentlichten sie gar einen neuen Song, was viele Fans auf den Plan rief, die auf eine Neuaufnahme des Projekts zu hofften.

Nichtsdestotrotz arbeitete Øye immer wieder auch an seinem Soloprojekt. Zu den aktuellsten Veröffentlichungen davon zählt der Song „For the Time Being“. Für diesen Song holte er sich Unterstützung von befreundeten Musikern aus Italien, die sich La Comitiva nennen.

„It’s all I can do,
wait until it’s gone,
check until it’s through,
hang around until I’m numb.
I won’t lose control,
this time.“
Erlend Øye

#3 Love Fame Tragedy - My Cheating Heart

Love Fame Tragedy ist das Soloprojekt von Matthew Murphy, dem Sänger und Gitarristen der in Liverpool gegründeten Indie Rock Band The Wombats. Er benannte dieses Projekt nach einer bahnbrechenden Ausstellung von Pablo Picasso im Londoner Kunstmuseum Tate Modern. Die Musik von Love Fame Tragedy orientiert sich an dem Stil der Wombats, fällt aber etwas poppiger aus. Bei der Produktion dieser Lieder setzt Murphy auf Kollaborationen mit Musikern namhafter Bands wie zum Beispiel Gus Unger-Hamilton, dem Keyboarder von alt-J, Joey Santiago, dem Gitarristen der Pixies oder Matt Chamberlain, dem Schlagzeuger von Soundgarden.

Der Song „My Cheating Heart“ zählt zu den bisher erfolgreichsten Songs des Projekts. Es handelt von den Gedankengängen, die Murphy hatte, als er von Liverpool nach Los Angeles zog.

„So do I sink or do I float now?
And does this river flow back to the start?
Back to San Francisco, before you met my cheating heart.“
Love Fame Tragedy

#4 KUMMER - 9010

Als Sänger und Songschreiber von Kraftklub verschleierte er noch seinen Nachnamen und verwendete das Pseudonym Felix Brummer. Bei Features mit Künstlern wie Alligatoah oder Trettmann verwendete er dann auch entweder diesen Namen oder mit Carsten Chemnitz ein weiteres Pseudonym. Als er im Sommer 2019 schließlich sein erstes Soloalbum ankündigte, tat er dies mit seinem bürgerlichen Nachnamen KUMMER. Felix Kummer hatte einen Haufen Songtexte zu Hause rumliegen, die zu persönlichen Inhalt hatten, um sie für die Band Kraftklub zu verwenden. Wegschmeißen wollte er sie allerdings auch nicht, also entschied er kurzerhand, ein Soloprojekt zu starten. Das Album „KIOX“ begeisterte seine Fans und fand auch Anklang in der restlichen Deutschrap-Szene.

Der Song „9010“ ist nach der früheren Postleitzahl von Chemnitz (damals noch Karl-Marx-Stadt) benannt. Darin arbeitet er ein Wiedersehen mit einer Person auf, mit der er in Jugendjahren häufig aneinandergeraten ist.

„Die Jahre sind ins Land gegang’n.
Ich hätte dich beinahe nicht wiedererkannt, als du an der Tanke standest.
Plastikbeutel, Korn, Westpoint- Zigarillos, schlechte Haut, Chemnitz-City-Swag, alles sieht irgendwie traurig aus.“
KUMMER

#5 Rostam - In a River

Rostam (vollständiger bürgerlicher Name: Rostam Batmanglij) wurde ursprünglich als Mitglied der Indie Rock-Band Vampire Weekend bekannt. Er trat der Band 2006 bei und produzierte die ersten beiden Alben selbstständig, das dritte Album koproduzierte er mit einem langjährigen Freund gemeinsam. Er trug somit einen erheblichen Teil zum großen Erfolg der Band bei. Zusätzlich galt Rostam gemeinsam mit Vampire Weekend-Frontmann Ezra Koenig als Hauptsongschreiber des Projekts. 2016 gab er schließlich bekannt, dass er die Band verlassen und sich auf seine Solokarriere konzentrieren werde. Er betonte allerdings, in Zukunft trotzdem mit Koenig an neuer Musik für Vampire Weekend arbeiten zu wollen.

In a River“ ist einer der bekanntesten Songs von Rostam. In einer Presseaussendung erklärte er, dass es der erste Song war, den er auf einer Mandoline geschrieben hatte und dass die Entscheidung, ihn auch aufzunehmen, durch den großen Zuspruch des Livepublikums auf seiner Tour maßgeblich beeinflusst wurde.

„Slide into the cool mud, underneath the pines.
Somewhere to your right or left is my body you can find“
Rostam

#6 Kurt Vile - Loading Zones

Kurt Vile ist ein amerikanischer Sänger, Songwriter und Multiinstrumentalist. Er begann seine Karriere als Solokünstler. 2005 gründete er schließlich zusammen mit seinem Freund Adam Granduciel die Indie Rock Band The War on Drugs. Granduciel unterstütze Vile zuvor in der Backing Band seines Soloprojekts. 2008 veröffentlichten Vile sowohl mit The War on Drugs das Debütalbum als auch das Debütalbum seines Soloprojekts. Zu diesem Zeitpunkt entschied Vile, dass er die Band verlassen wollte, um sich voll und ganz auf seine Solokarriere konzentrieren zu können. Vile versuchte dabei zu betonen, dass The War on Drugs nicht sein erstes großes Projekt gewesen sei, auch wenn es so scheinen möge. Er verwies darauf, dass er schon lange Zeit vor davor Musik gemacht habe. Ein Konflikt soll aber nicht ausschlaggebend für den Ausstieg Viles gewesen sein. Granduciel blieb in der Backing Band von Kurt Vile. Gleichzeitig arbeitete jeder an seinem eigenen Projekt weiter.

Der Titel „Loading Zones“ stammt von Viles siebentem Album „Bottle it in“ und handelt von seinem Heimatort in Philadelphia.

„Drop some dead weight, clean my hands of what I need to clean my hands of.
And all for free by mayoral decree, all from zone to loading zone of my town, yeah!“
Kurt Vile

Titelbild Credit: © Philipp Gladsome

Alle Sixtape Songs auf einen Klick